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Schlittenhunde


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Der Siberian Husky

Er wird bei uns häufig nur als Husky bezeichnet. Diese Kurzform ist allerdings ungenau, denn es gibt noch einen weiteren Husky, den Alaskan Husky. Er wird nahezu ausschließlich für den Schlittenhundesport gezüchtet, allerdings ohne Auflagen und Einschränkungen eines Rassestandards. Alaskan Huskys sind keine eigenständige Rasse.
Wenn wir die vierbeinigen Vorfahren und die Geschichte des Siberian Husky kennen lernen wollen, müssen wir unser Augenmerk auf die östlichen Teile von Sibirien und seine Bewohner richten. Wir werden erkennen, dass die Geschichte der Rasse in ihren Ursprüngen mit der Geschichte und Kultur der dortigen Völkerstämme verbunden ist.

Unter den Schlittenhunden zählt der Siberian Husky zu der beliebtesten Rasse.


Abgesehen von seiner hervorragenden Eignung als Rennhund auf den europäischen Pisten ist sein attraktives Aussehen oft Grund für den Wunsch, einen solchen Hund zu besitzen. Der Farbkontrast seines Fells, die schrägen, lausbubenhaften Augen, in den ungewöhnlichen Farbvarianten blau, braun oder marmoriert, lassen diesen Hund als etwas Besonderes erscheinen. Der Siberian Husky ist eine durchweg freundliche Rasse, die ohne Aggressionen dem Menschen gegenüber geboren wird. In seinem durch Selektion unter extremen Umweltbedingungen bei höchsten Anforderungen erworbenen Wesen ist der Siberian Husky immer noch ein Zug- und Arbeitshund. Der Drang zum Laufen und Erobern, sein. starker Jagdtrieb und seine Unabhängigkeit lassen ihn keinen bequemen Begleiter sein.

Um 1909 in Alaska an dem "All Alaska Sweepstake"-Rennen teilzunehmen, hatte der russische Pelzhändler Goosak diese Hunde aus Sibirien mitgebracht. Im Verhältnis zu den einheimischen Schlittenhunden in Alaska wirkten die Siberian Huskys klein und forderten den Spott der Bewohner heraus, die sie als "sibirische Ratte" bezeichneten. Goosaks Gespann belegte wider Erwarten den dritten Rang. Damit begann der Siegeszug dieser verhältnismäßig zierlichen, robusten Hunde. lm Jahre 1910 krönte John Johnson das Image dieser Rasse, als er den Rekord bei. den Sweepstakes aufstellte, der erst 1983 gebrochen werden konnte! Mit Siegen in den Rennen von 1915, 1916, und 1917 setzte Leonard Seppala den Triumphzug des Siberian Husky fort. Als in den 50er und 60er Jahren in Nordamerika die Siberian Husky-Zucht aufblühte, wurden auch die ersten Exemplare nach Europa importiert. Bei der Suche nach artgerechten Aufgaben lag die Verwendung in Schlittenhunderennen nach amerikanischem Vorbild nahe. Innerhalb kurzer Zeit wurden Schlittenhunderennen zu einem beliebten Sport. Die Zahl der Siberian Huskys stieg in diesem Zusammenhang sprunghaft an.

Das Erscheinungsbild des Siberian Husky ist im Rassestandard beschrieben als das eines mittelgroßen Arbeitshundes, flink und leicht auf den Füßen, frei und elegant in der Bewegung. Sein mäßig kompakter, dicht behaarter Körper, die aufrecht stehenden Ohren und die buschige Rute sind Zeichen der nordischen Herkunft. Seine charakteristische Gangart ist flüssig und scheinbar mühelos. Er ist nach wie vor äußerst fähig, seine ursprüngliche Funktion als Schlittenhund zu erfüllen und zieht leichtere Ladung mit mäßiger Geschwindigkeit über große Distanzen. Seine Körperproportionen und seine Körperform widerspiegeln dieses grundlegende Gleichgewicht von Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer. Die Rüden der Rasse Siberian Husky sind maskulin, aber nie ungeschliffen-grob, die Hündinnen sind feminin, jedoch ohne Schwachheit der Struktur. Ein Siberian Husky in guter Kondition hat eine kräftige und gut entwickelte Muskulatur und kein überflüssiges Fett. Das Fell, ein sogenannter Doppelmantel aus Unterwolle und Grannenhaaren, ist dicht und weich. Die gut behaarte Rute wird sichelförmig über den Rücken getragen, wenn der Hund sich präsentiert. Der Kopf ist edel geformt mit mandelförmigen, schräg eingesetzten Augen von interessiertem, freundlichem Blick und mittelgroßen, aufrecht stehenden Ohren. Die Farben des Siberian Husky variieren von rein weiß bis rot und schwarz mit allen erdenklichen Zwischenstufen. Verbreitet sind die weißen Abzeichen ("Maske") am Kopf. Die Augenfarbe ist blau, braun oder marmoriert. Verschiedenfarbige Augen sind zulässig. Die Bewegung des Siberian Husky wirkt mühelos, wenn er frei oder an loser Leine läuft, jedoch kraftvoll bei der Zugarbeit.

Der Siberian Husky variiert im Gebäude von mäßig kompakt (nicht stämmig) bis mäßig gestreckt. Seine Knochen sind von mittlerer Stärke. Die Schulterhöhe liegt bei Rüden zwischen 53 und 59 cm, bei Hündinnen 50 und 56 cm. Dabei schwankt das Gewicht zwischen 20 und 27 kg, beziehungsweise 15 und 22 kg. Auf Zuchtschauen ist der Siberian Husky, der Nordische, der am häufigsten vertreten ist, was natürlich auch mit seiner relativ großen Verbreitung zusammenhängt. Um in der Zucht aber auch auf die Überprüfung des Wesens und insbesondere der Leistungsbereitschaft (Arbeitswilligkeit). der Hunde zu achten, hat der DCNH eine Leistungsprüfungsordnung für Schlittenhunde entwickelt, durch welche diese Merkmale einerseits gefördert und andererseits begutachtet werden können. Über eine Eigenschaft des Siberian Husky muss sich der Liebhaber der Rasse aber besonders im klaren sein: Er ist im ganz ausgeprägten Maße ein Rudelhund. Einem Besitzer jedoch, der ihm eine artgerechte Haltung bieten kann, der seine Wesensart versteht und der seinem großen Bewegungsdrang gerecht wird, ist er ein unvergleichlicher Begleiter und Freund.

Der Siberian Husky ist immer noch die unbestritten schnellste, leichteste und kleinste aller anerkannten Schlittenhunderassen, wurde von Byrd auf seinen Antarktisexpeditionen mitgeführt, wurde im zweiten Weltkrieg von der Armee für Rettungsdienste eingesetzt, dient auf Wetterstationen in Baffinland, hat sich sogar als Blindenhund bewährt und versagte nur dort, wo in einem "Dogs for Defense" Programm versucht wurde, ihn zum WÄCHTER und ANGREIFER zu erziehen.



Der Alaskan Malamute

Diese Rasse ist die größte und schwerste unter den Schlittenhunderassen. Sie verdankt ihren Namen einem in Alaska lebendem Eskimovolk, den Malamuten. Die Malamuten waren als Jäger und Fischer im ewigen Eis auf ihre Schlittenhunde angewiesen und hatten in ihnen wertvolle Hilfskräfte.

Als die Europäer Alaska und Kanada besetzten, benutzten auch sie "Malamutehunde" zur Bewältigung der Transportprobleme in unwegsamen Gebieten. Als die Schlittenhunderennen beliebt wurden, erwiesen sich die Alaskan Malamuten als durchaus gute Läufer.
Doch zeigt sich schon im Körperbau des Alaskan Malamute in erster Linie seine Eignung zum Ziehen von schweren Lasten.

Erwünscht sind schwerknochige, kraftvolle, kompakte Hunde mit gesunden Läufen und guten Pfoten, mit tiefer Brust und kräftigen Schultern, die eine beständige, ausgeglichene Gangart zeigen.

Der Kopf des Alaskan Malamute ist breit mit einer massiven Schnauze, die von der Wurzel bis zur Nase nur unwesentlich zugespitzt ist. Im Verhältnis zum Kopf sind die Ohren eher klein und liegen weit auseinander. Die Augen sind mäßig groß und mandelförmig, die dunkle Farbe wird bevorzugt. Das Fell des Alaskan Malamute weist einen dicken, rauen Schutzmantel auf, der vom Körper absteht und im Schulterbereich und am Hals etwas länger wird; die Unterwolle ist dicht, ölig und wollig. Der Alaskan Malamute kann alle Schattierungen von hellem grau bis schwarz zeigen, charakteristisch ist eine Masken- oder haubenartige Zeichnung am Kopf und eine dunklere mantelartige Zeichnung über dem Rücken. Flecken oder ausgedehnte ungleiche Abzeichen sind unerwünscht, einzige zugelassene einheitliche Farbe ist rein weiß. Der Alaskan Malamute trägt die Rute weder eng geringelt noch locker wie ein Fuchsschwanz, sondern geschwungen wie eine Schmuckfeder. Die erwünschten Körpermaße sind für Rüden eine mittlere Größe von 63 cm Schulterhöhe bei einem Gewicht von 38 kg, für Hündinnen 58 cm bei einem Gewicht von 34 kg. Entscheidend aber ist die Harmonie der Gesamterscheinung.

Im Rudel gehalten benötigen die Malamuten aufgrund ihrer Körpergröße und -stärke, vor allem aber aufgrund von "Sturkopf" und Härte eine fachkundige Führerhand.



Der Samojede

Dieser große weiße, spitzähnliche Hund mit dem "lächelnden Gesicht" fand von allen uns heute bekannten Polarhunden zuerst Liebhaber in Europa, präziser in Großbritannien. Seine rasch wachsende Popularität verdankt er nicht nur seinem Einsatz durch Polarforscher wie zum Beispiel Nansen bei seiner Expedition 1893 bis 1896 und der Tatsache, dass Königin Alexandra, die Gemahlin Edwards VII. sich für diese Rasse interessierte.
Die tiefere Ursache für seine schnelle Verbreitung lag in dem Samojeden eigenen Wesen; er wurde geschildert als treuer, gehorsamer, sanft und anschmiegsamer und doch wiederum selbständiger Hausgenosse. Dazu kommt die auffallende stolze Haltung und sein kräftiger und doch eleganter Wuchs, sein lächelndes Interesse für alles, was um ihn herum geschieht.

So nimmt es nicht wunder, dass ein vorzüglich gepflegter Samojede für viele Hundeliebhaber heutzutage als einer der schönsten Hunde gilt, auch wenn sie selbst aus mancherlei Gründen ihn nicht halten können.

Der Samojede wurde als erste Schlittenhundrasse schon Ende des vergangenen Jahrhunderts anerkannt und ist bis heute ein typischer nordischer Gebrauchshund geblieben. Ihren Rassenamen erhielten die Samojedenhunde nach dem Nomadenstamm der Samojeden, welche das Grenzgebiet zwischen dem europäischen und asiatischen Sibirien bewohnen. Dort war es die Aufgabe der Hunde, Schlitten zu ziehen, Lasten zu schleppen, Rentiere zu hüten und zu beschützen sowie Helfer bei der Jagd zu sein. Die Vorfahren dieser Hunde gehören wohl zu den am frühesten domestizierten, unter ihren Ahnen vermutet man den Torfhund. Überreste dieser Ältesten der sechs Hunderassengruppen fand man unter anderem bei Ausgrabungen von Pfahlwohnungen der jüngsten Steinzeit. Torfhunde, manchmal auch Torfspitze genannt, waren um ca. 4000 v.Chr. über Europa und Nordasien verbreitet. Vieles spricht dafür, dass die Nachfahren dieser Hunde schon sehr lange bei dem Nomadenstamm der Samojeden zu Hause waren. Der heute dort gehaltene Hund verrichtet noch nahezu die gleiche Arbeit Wie eh und je, wenngleich die nunmehr festgelegten russischen Merkmale für diese Samojeden-Laika oder Nenezker-Laika stark abweichen von dem für unsere Samojeden gültigen, von der F.C.I. anerkannten Rassestandard.

Nach diesem Standard wird bei den Rüden eine Schulterhöhe von 57 (+/- 3) cm verlangt. Der Kopf soll kräftig und keilförmig sein und mit gut ausgebildeter nicht zu langer Fangpartie, trockenen Lefzen und leicht hochgezogenen Mundwinkeln für das rassetypische Lächeln sorgen. Die dunklen, mandelförmigen Augen sollen tiefliegend und gut auseinandergesetzt sein; die kleinen, dreieckigen, weit voneinander und hoch angesetzten Ohren sollen eine leicht gerundete Spitze haben. Der kräftige Hals von mäßiger Länge mit gut gewölbtem Nacken wird stolz getragen.

Das Gebäude ist etwas länger als hoch, mit festem Rücken und gut ausgebildeter, tiefer Brust und kräftiger Lendenpartie. Die nicht zu lange, dicht und buschig behaarte Rute ist hochangesetzt und wird über den Rücken gerollt getragen. Lange, festanliegende, schräge Schultern sowie gerade, knochenstarke Vorderläufe mit kräftigen Gelenken sind erwünscht, ebenso wie eine sehr gut bemuskelte, ausreichend gewinkelte Hinterhand mit tief angesetzten Sprunggelenken. Die Pfoten sollen oval geformt sein, mit hochgewölbten Zehen und dicken, widerstandsfähigen Ballen. Unerlässlich ist eine doppelte Behaarung: Die glatten, grannenartigen Deckhaare stehen etwas vom Körper ab, darunter findet sich eine weiche und sehr dichte Unterwolle. Rüden haben oft eine kräftig ausgebildete so genannte Mähne. Lediglich der Kopf und die Ohren wie die Vorderseite der Läufe sind kurz behaart. Allerdings ist bei Hündinnen die Behaarung meist kürzer und auch weicher in der Textur. Die Fellfarbe ist meist weiß, ebenfalls erlaubt ist weiß mit biskuitfarbenen Abzeichen oder sahnegelb. Die Pigmentierung von Nase, Lefzen, Augenumrandung und Ballen ist vorzugsweise schwarz.

Dank seiner Vielseitigkeit ist der Samojede sowohl als Sport- wie auch als Familienhund geeignet. Die Fähigkeit des Samojeden bei Schlittenhunderennen liegen nicht so sehr in übergroßer Geschwindigkeit, er ist eher ein ausdauernder Läufer und vermag auch schwerere Lastenschlitten zu ziehen. In jedem Fall benötigt er sinnvolle Beschäftigung und regelmäßige Bewegung, mit einem Auslauf nur im Garten ist es nicht getan. Aufgrund seiner zu selbständigem Handeln neigenden Veranlagung bedarf er in der Jugend einer zwar liebevollen, doch konsequenten Erziehung. Auch ist dabei zu beachten, dass er lernt, nicht alles und jedes grundlos anzukläffen. Von frühester Jugend daran gewöhnt, sich täglich gründlich durchbürsten zu lassen, bereitet die Fellpflege keine Schwierigkeiten. Da hierbei beim jahreszeitlichen Haarwechsel auch alle lose sitzenden Haare sofort entfernt werden und der Samojede sich selber gut sauber hält, wird er wenig Schmutz hinterlassen. Von zu häufigem Baden ist unbedingt abzuraten.



Der Grönlandhund

Die ursprünglichste der bei uns vertretenen Schlittenhunderassen ist sicherlich der Grönlandhund. Auch heute noch lebt er in großer Zahl in seiner Heimat Grönland, der größten Insel der Erde, die fast vollständig vom Inlandeis bedeckt und nur auf einem schmalen Küstenstreifen bewohnt ist. Sowohl Mensch als auch Tier wird unter diesen lebensfeindlichen Bedingungen das Äußerste abverlangt.
Die Hunde sind auf Grönland wie eh und je im Winter das einzig zuverlässige Transportmittel. Es gibt keine Straßen, Motorschlitten konnten sich wegen der zerklüfteten Landschaft nicht durchsetzen, das Meer ist meterdick gefroren und das stürmische Wetter bringt häufig den Flugverkehr zum Erliegen. So kommt es, dass die Schlittengespanne für die Grönländer auch heute noch lebensnotwendig sind.

Die Hunde werden als reine Arbeitstiere angesehen, die ein Höchstmaß an Arbeitsleistung, Zugkraft, Ausdauer und Widerstandskraft aufweisen müssen.

Diese Eigenschaften ließen den Grönlandhund auch zum idealen Helfer bei zahlreichen Polarexpeditionen werden. Ob es nun Peary oder Cook war, der als erster den Pol erreichte, sicher ist, dass beide ihr Unternehmen nur mit "ihren" Grönländern, Menschen und Hunden, vollenden konnten. Amundsen nahm 111 Grönlandhunde mit in die Antarktis und gewann den Wettlauf zum Südpol nicht zuletzt dank ihrer Unterstützung.

Zwar lebt der Grönlandhund in seiner Heimat als echte Naturrasse, die in erster Linie durch die erbarmungslose Natur geformt wurde, doch die Grönländer prägten ihre Hunde auch nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen. So berichtet Jean Malaurie von Grundsätzen der Zuchtauswahl: "Mut und Kühnheit, die bei der Bärenjagd sehr kostbar sind, kommen durch die Mutter, und sie muss entsprechend ausgewählt werden; Schnelligkeit und Kraft kommen vom Vater." Es ist selbstverständlich, dass man solche Tiere nicht ohne weiteres in unsere durchzivilisierte Welt verpflanzen kann. Selbst in seiner "europäischen Heimat" Skandinavien und in der Schweiz, wo es den Grönlandhund schon seit dem Bau der Jungfraubahn gibt, ist die Anzahl der Grönlandhunde sehr begrenzt geblieben. Bei uns ist der Grönlandhund die seltenste Schlittenhunderasse, seine Haltung blieb bisher ausgesprochenen Liebhabern vorbehalten.

Der Grönlandhund ist ein ausdauernder und harter Arbeiter. Von diesem Arbeitswillen und dem streng geordneten Zusammenleben im Rudel ist sein Charakter geprägt. Fehlen ihm die Anforderungen der Schlittenarbeit - die körperliche wie die notwendige Disziplin -, so explodieren seine Energien und er ist nur noch schwer zu halten. Jeder Grönländer sollte deshalb unbedingt arbeiten - allein vor der Pulka oder im Gespann. So versehen zum Beispiel die über vierzig Grönlandhunde des Oslomarka Treckhundklub Rettungsdienste an den ausgedehnten Loipen um Oslo.

Die strenge Rangordnung, die im Rudel immer wieder neu bestimmt wird, muss auch vom Menschen respektiert werden. Das gilt nicht nur bezüglich der Hunde untereinander, sondern auch für den Menschen selbst. Seinen Platz als Chef muss er sich erringen und auch erhalten. Beherzigt man diese Grundregeln, ausreichende Arbeit und klare Führung, so kann man einen Grönlandhund gut halten. Seine scheinbare Wildheit entpuppt sich oft als Ungestüm und Lebensfreude, und für liebevolle Ansprache sind Grönlandhunde mehr als dankbar. Nicht verschwiegen werden soll, dass Grönlandhunde gern und heftig um die Rangordnung im Rudel streiten, was nur selten ohne Blessuren abgeht. Rudelfremden Hunden gegenüber verhalten sie sich oft recht ablehnend. Auch der alte Bärenjäger ist in den Hunden noch sehr lebendig, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass die meisten der hier lebenden Hunde aus direkter Nachzucht von Originalimporten stammen.

Vom Erscheinungsbild her, ist der Grönlandhund ein ausgesprochen starker Hund, gebaut für ausdauernde harte Arbeit als Schlittenhund. Er zeigt einen schweren Körperbau, eine breite und tiefe Brust und schwere Gliedmaßen mit kräftiger Bemuskelung. Sein Kopf soll breit und leicht gewölbt sein, mit kräftiger, keilförmiger Schnauze und relativ kleinen Ohren. Die Rute ist buschig und eher kurz, hoch angesetzt und kräftig geringelt. Das Fell besteht aus einem Doppelmantel mit dicker Unterwolle und geradem langem Grannenhaar. Die Mindesthöhe beträgt für Rüden 60 cm, für Hündinnen 55 cm Schulterhöhe. Es sind alle Farbvarianten zugelassen.



Der Alaskan Husky und der Hound

Seine Geschichte beginnt mit der Geschichte des Schlittenhundes überhaupt. Es tut Not die verschiedenen 'Urschlittenhunde' zu betrachten, da all diese zusammen die Alaskan Huskies begründeten.
Schon vor mehr als 4000 Jahren wurden in Sibirien Schlittenhunde zu Fortbewegung benutzt. Die Volksstämme der Samojeden, Korjaken und Tschuktschen, sowie einige andere nomadische Völker nutzten die genügsamen Tiere auf ihren ausgedehnten Jagdreisen in der ewigen Weite der arktischen Regionen. Auf ihren Wanderungen brachten sie diese Tiere auch in andere Teile der nördlichen Halbkugel, vor allem aber über die Beringstraße nach Alaska und das übrige Nordamerika

Die Geschichte und Mythologie der Eskimos und Indianer ist aufs engste mit dem Hund verknüpft. Bis zur 'Entdeckung' Amerikas durch die Europäer und der damit verbundenen Einfuhr von Pferden wurden bis hinunter nach Mexiko ausschließlich Hunde als Lasten- und Zugtiere benützt. Natürlich waren sie auch ansonsten überaus nützliche Tiere. So vernichteten sie die Essens- und Schlachtabfälle, schleckten die Fäkalien der Kinder auf, waren zugleich ihre Spielkameraden, bewachten die Dörfer (was von einigen Berichterstattern der damaligen Zeit auch bestritten wird) und dienten zu guter letzt auch als Nahrung. Bei einigen Stämmen galt Hundefleisch als ausgesprochene Delikatesse. Auch für spirituelle Handlungen wurde öfters ein Hund geopfert.

Eine Familie besaß im Durchschnitt ca. 10 Hunde, einige 'Reiche' sogar bis zu 100!

Grob konnte man drei verschiedene Hundetypen mit vielen Unterarten unterscheiden.

Im Norden dominierte der große, kräftige Polarhundetyp, weiter südlich die schlankeren Indianerhunde und im Südwesten und Mexiko ein noch kleinerer Hund, ähnlich dem Foxterrier. In die Alaskans mit eingeflossen sind wohl die ersten beiden Arten.

Der Polarhundetyp war verbreitet rund um die Arktis, an ihn erinnern heute noch der Grönlandhund, die kamtschatkischen und tschukotkischen Schlittenhunderassen, sowie einige speziell für Expeditionen gezüchtete Alaskan Huskies, wie etwa der 'Polar Husky'.

Der Indianerhund dagegen ähnelte sehr den Wölfen, obwohl es einige Varianten hinsichtlich Größe, Körperbau und vor allem Färbung gab. Es waren in der Regel langbeinige kräftige Hunde, um auch bei tiefen Schnee vorwärts zu kommen.

Die Hunde lebten weitgehend 'frei', wurden jedoch streng erzogen und folgten ausgesprochen gut. Nicht zur Zucht benutzte Hunde wurden fast immer kastriert, aggressive und 'faule' Hunde eliminiert. So entstanden überaus verträgliche Familienhunde die zudem durch ihre Zähigkeit, ihren Arbeitswillen und ihre Genügsamkeit einen hohen Nutzen hatten.

Die Europäer kamen erst sehr spät (um 1800) auf den Gedanken sich die Schlittenhunde zunutze zu machen. Trotzdem auch in Europa vereinzelt Tiere zu Zugzwecken verwendet wurden (z.B. bei Händlern und Bauern).

Die ersten waren die Polarforscher, welche anfangs die Gespanne allerdings gleich mit ihren Führern mieteten. Erst Nansen, MacClintock und Amundsen versuchten die Gespanne selbst zu lenken, mit anfänglich bescheidenen, dafür erheiternden Versuchen (zumindest für die Zuschauer), wie bei Nansen 'In Nacht und Eis' nachzulesen ist. Nie wieder wurden ihre gigantischen Leistungen ohne Hunde wiederholt.

Einen gewaltigen Umbruch des bis dahin beschaulichen, von Traditionen geprägte Schlittenhundeleben brachten die weißen Goldgräber auf ihrem Weg in die Goldfelder des Yukon und Alaskas. Sie benützten alles, das irgendwie Lasten tragen oder ziehen konnte. Neben Pferden und Maultieren, Schafen, Ziegen kamen dann hauptsächlich alle Rassen von Hunden, europäischen wie auch einheimischen zum Einsatz. Diese harte Zeit überlebten nur die härtesten und widerstandsfähigsten Hunde. Beliebt waren im Gegensatz zu den Indianer-hunden, große und schwere Hunde, auch wurden aggressive Hunde toleriert und teilweise sogar gezüchtet. Daneben wurden aber auch leichtere schnellere Hunde zu Postzwekken verwendet, die sog. 'Bird Dogs'. Dies waren meist Irish- und Gordon Setter, Golden- und Labrador Retriever u. a..

Eine weitere Neigung der Weißen war ihr Hang zu Wettbewerben, bei denen es um Geld ging. Dieser auf den ersten Blick negativen Eigenschaft haben es die Schlittenhunde wohl zu verdanken, daß es sie überhaupt noch gibt.

Denn massiv übernehmen Eisenbahn, Kleinflugzeuge und Motorschlitten die Aufgaben der Schlittenhunde.

1908 fand in Nome (Alaska ) das erste professionelle Schlittenhunderennen statt. Das 'All Alaska Sweepstakes' über 670 km führte von dort nach Candle und zurück. Zunächst benutzte man hierfür die bewährten Lastenhunde. Doch der menschliche Ehrgeiz erkannte sofort, daß dieser Hundetyp hierzu nicht der geeignetste war und schon im nächsten Jahr standen extra zu diesem Zweck gekaufte Hunde aus Markowo (Tschukotka) am Start. Auch Malamute - Setter Mischlinge und Birddogteams gingen an den Start. Erst ein Hund der dieses Rennen bewältigt hatte, galt fortan als 'Alaskan'. Der Startschuß zur breitgefächerten Rasse des Alaskan Huskies war getan. 1925 konnten die Alaskans dann ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Eine Diphterieepedimie grassierte in der von der Außenwelt abgeschlossenen Stadt Nome. Die Technik versagte bei Temperaturen von -50 °C und Blizzards. Eine Reihe von Schlittenhundeführern (Mushern), unter ihnen auch der berühmte Seppala, brachten in wenig mehr als 5 Tagen das lebensrettende Serum über 1000 km nach Nome. Seit 1973 errinert das 1800 km lange Iditarodrennen an dieses Ereignis.

Die Hunde wurden nun immer gezielter auf die Anforderungen der Rennen hingezüchtet. Als Basis nutzte man die importierten tschukotkischen Hunde sowie die vorhandenen Indianerhunde und kreuzte gezielt Birddogs sowie später auch Pointer und Windhunde mit ein. Daß hieraus eine Unzahl von Zuchtlinien möglich war und ist, leuchtet ein. Auch besann man sich wieder auf die alten Tugenden der Schlittenhunde, geringe Aggressivität und gutes Sozialverhalten, sowie im Rennsport wichtig, verminderter bis gar kein Jagdtrieb!

So geht heute die Palette der Alaskans vom 50 kg schweren Trapperhund bis zum 17 kg leichten Rennhund. Eines allerdings ist ihnen allen gemeinsam: ein unbändiger, kaum zerstörbarer Wille zum Laufen, harte, zähe Pfoten, Ausdauer, dichtes Fell, Genügsamkeit, Verträglichkeit mit anderen Hunden und vor allem zum Menschen.

Bekannte Zuchtlinien (oder fast schon eigene Rassen) sind die Aurora Huskies der Wrightfamilie, die Huslia Huskies der Attlafamilie, die Linien der Streeperbrüder, der Saundersons, von Drake und Dunlap, um nur einige zu nennen. Deren Stammbäume lassen sich oft bis 6, 7 Generationen und mehr zurückverfolgen, alle mit dem selben Zuchtziel: gute und gesunde Hunde unabhängig von ihrem Aussehen.

Seit Anfang der 60er Jahre gibt es Schlittenhunderennen in Mitteleuropa, aber erst Ende der siebziger Jahre faßte der Alaskan Husky Fuß, gegen den erbitterten Widerstand einiger fanatischer Verfechter der reinrassigen Schlittenhunde.

Zu unterscheiden von den Alaskan Huskies sind die in letzter Zeit häufiger zu sehenden 'Hounds', bei denen der Jagdhund oder Windhundanteil überwiegt. Diese Hunde sind Spezialisten vor allem bei Sprintrennen und vermissen einige Eigenschaften der nordischen Hunde (zu denen auch die Alaskans zählen), wie Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Kälte, dies stellt aber in Mitteleuropa sicherlich kein Problem dar.

Bleibt zu hoffen, daß die Alaskan Huskies bald friedlich mit ihren reinrassigen Kollegen um die Wette laufen dürfen und daß ihnen das Schicksal eines Modehundes erspart bleibt.

aus www.dssv.org
Text von
Thomas Gut
Literaturnachweis:
"Schlittenhunde in Eis und Schnee", Cellura, Blanckensteinverlag
"Dog Driver" , J. und M. Collins, Alpin Publications
"Mush", B. Levorsen, Arner Publications
"Der Hund bei den Plainsindianern", W. Homann, Verlag für Amerikanistik

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