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3, 2, 1 - Huskies los

In Scharnitz waren die Hunde los - Arrivierte wie auch Neulinge

Mitten unter den 110 erprobten Hundeschlitten war auch das Achtergespann von Manfred Spieß aus Zöbern in Niederösterreich zum ersten Mal auf der Strecke. Mit Hoffen und Bangen fieberten die Huskies und ihr Musher dem Auftritt entgegen.

Nach der langen Anreise hieß es für Hundemutter „Donka“ und ihre sieben Jungen zuerst einmal Warten und Gewöhnen an die hektische Atmosphäre einer so großen Veranstaltung. Immerhin waren sie bis jetzt nur an ihr großes Gehege und die täglichen Trainingsfahrten gewöhnt. Schon hier zeigten sich die unterschiedlichen Charaktere der jungen Huskies. Während Leithund „Ringo“ und seine Brüder gelassen dem Treiben entgegensahen, waren die meisten Weibchen wie auch „Inka“ sehr ängstlich. „Sie lernen bei solchen Gelegenheiten von den alten und erfahrenen Hunden und gewöhnen sich an den Trubel“, erklärt Manfred Spieß, der den Ruf in Kennerkreisen genießt, besonders einfühlsam mit seinen Tieren umzugehen.

Vor zwölf Jahren begann seine Liebe zu den Huskies mit seinem ersten Hund Aik, der ebenso mit dabei sein durfte wie die anderen „alten Hasen“.

Vor dem großen Auftritt gab es für alle noch eine stärkende, warme Mahlzeit mit viel Flüssigkeit, damit die Kräfte für die vierzehn Kilometer lange Strecke ausreichen. Und während die Schijöringspezialisten schon auf der Strecke waren, konnte in den warmen Boxen noch etwas verdaut und gedöst werden.

Inzwischen konnte das fachkundige Publikum den Auftritt der „Rennpferde“ unter den Teilnehmern, die „European Hounds“ beobachten. Ganz anders als die kälteresistenten, ausdauernden Huskies verfügen die langbeinigen und kurzhaarigen Tiere über mehr Anteile von Jagd- und Windhunden und daher über enorme Sprintfähigkeiten. Sie jagten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern über die Bahn! Nur ein gutes und eingespieltes Team konnte die Kurven im Wald ohne Probleme meistern.

Für „Donka“ und ihre sieben Jungen wurde es langsam Zeit. Die Aufregung während des Einspannens war groß, so manch einer der Hunde verhedderte sich noch in der Zugleine. Gegenseitig bellten uns japsten sich die Schlittenhunde in einen wahren Rennrausch und konnten es kaum erwarten bis es losging. Manfred dagegen war die Ruhe selbst. Er wusste, dass beim allerersten Rennen seiner jungen Hunde alles passieren konnte. Sein Ehrgeiz beschränkte sich darauf, dass sie auf der Strecke blieben und wohlbehalten ins Ziel kamen. Zeit spielte dabei keine Rolle. In der Vorbereitungsphase konnte er mit viel Einfühlungsvermögen für jeden Hund den richtigen Platz im Team finden. Das Training wurde langsam von Kurzstrecken bis mehrere Kilometer fünfmal in der Woche gesteigert. Die Kommandos „Gee“ und „Haw“ für Rechts und Links wurden erlernt - jetzt musste er seinem Team vertrauen.

Und los ging´s – als ob die Neulinge nie etwas anderes getan hätten als im Team zu arbeiten und zu laufen, was das Zeug hält! Die erste Kurve wurde ohne Schwierigkeiten gemeistert und schon befand sich das Gespann außer Sichtweite.

Text und Bilder: Andrea Reinstadler, Bezirksblätter

Der Artikel wird auch in der Zeitschrift "Seefeld Aktiv" erscheinen.