Wir (Peter u. ich) kamen um ca. 20 Uhr dort an. Also gut 4 Stunden später und 300 Euro ärmer als geplant. Der Grund war ein Radlagerschaden in der Nähe von Kufstein...hm,...das fing ja gut an!
Den Trail konnte ich mir bei der Dunkelheit natürlich nicht mehr ansehen.
Die Nacht war auch schlimm, ich konnte nicht schlafen, ich schwitzte, obwohl es nicht warm war, und ich wusste nicht, war es meine Verkühlung oder die Angst und die Ungewissheit was da wohl für ein Trail auf uns wartet wie ein Mörder. Schließlich ging es die letzten km bis Piandelagotti nur steil rauf und runter.
Am nächsten Morgen (ich gebe meinen Hunden in der Früh immer ein warmes Supperl, denn es beunruhigt mich immer wenn ich sehe wie Dunkel der Urin in der Früh ist) bin ich dann so schnell wie es nur ging auf den Trail.
So, und dann ging es vom Start gleich einmal so richtig bergab, so wie ich es nur von Langtaufers kannte (also zum Fürchten steil). Zum Glück war es aber dort sehr breit, und der Auslauf war beruhigend. Der ganze Trail wechselte ständig von rauf und runter mit einigen sehr steilen Passagen, wo man extrem konzentriert fahren musste. Die Kurvenradien waren so eng, dass man meiner Meinung nach mit einem 8-Hunde Gespann gerade so durchkam. Ein Open-Team dort bei einem Rennen durchzuschicken wäre sehr riskant bis verantwortungslos gewesen.
Es galt wegen der anspruchsvollen Strecke in der 8-Hundeklasse als erstmalige Ausnahme mit 6 Hunden an den Start zu gehen, und erst am zweiten Tag trotzdem 8 einspannen zu dürfen. Ein Hundepool von 8 Hunden sozusagen, die aber im Vorhinein benannt werden mussten.
Es sollte sich später herausstellen, dass die größeren Teams auf diesem Trail den Kleineren nicht wirklich überlegen waren. Die Zeiten waren sehr knapp beisammen.
Zum Rennen:
Scott Greame aus England, der Sieger, trat in der 8-Hunde-Klasse an beiden Tagen mit nur 6 Hunden mit einem nicht einmal 20 kg Wägelchen an. Er fuhr an beiden Tagen eine Superzeit. Hege Ingebritsen aus Norwegen hatte am ersten Tag beim Überholen eines reinrassigen Teams Probleme, ansonsten wäre der Zeitunterschied zu Scott nicht so klar gewesen. Ich als Drittplatzierter hatte am ersten Tag einen super Lauf. Ich wusste bis dahin nicht das meine Hunde über 40 km/h bergab laufen konnten. Dabei bremste ich noch um die Leine gespannt zu halten, so ging es dort teilweise bergab. Am zweiten Tag musste ich kurz anhalten, weil sich meine Standbremse verfangen hatte. Ich hing kopfüber vor meinem Wagen. Es war zum Glück eine Bergaufpassage, darum war ich dort nicht so schnell, aber der Schwung war weg. Zu den vorderen Plätzen hätte es nicht gereicht, aber einige Sekunden hat es dennoch gekostet. Ich war überrascht trotzdem schneller gewesen zu sein als am Vortag.
Nach dem Anfang ein alles in allem super verlängertes Wochenende in Italien mit viel Spaß. Man hatte die Gelegenheit viele nette Menschen kennenzulernen und interessante Gespräche zu führen.
Ich bin froh und stolz so tolle Hunde zu haben und werde ihnen nie vergessen wie sie für mich gearbeitet haben.
In der Hoffnung beim nächsten internationalen Event nicht als einziger Österreicher dabeizusein.
Wolfgang Koch und seine Schlappis