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von Rocco Pigola
An dieser Stelle erst einmal ein Dankeschön an die Verantwortlichen der FISTC, dass wir als WSA Musher dort starten dürften. Ganz persönlich möchte ich mich da bei Franz Stadolka bedanken für die schnelle und unkomplizierte Aufnahme in die Meldeliste.
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Im Vorfeld dieser EM wurde schon bekannt, dass recht wenig Schnee in Pian Cansiglio liegen sollte. Bei Ankunft auf dem Reserve Stake Out war zu mindest Schnee für die Hunde vorhanden. Die warmen Temperaturen am Tag ließen aber schon jetzt erahnen, was uns in den kommenden Tagen erwarten würde. Bis Sonntag war fast der komplette Schnee auf dem Stake Out (Viehweide) geschmolzen. So kamen die Hunde in Genuss von Kuhmist und Ziegenkot. Keine Wirtschaft, kein Zelt und damit keine Bewirtung über die gesamten Tage, zum Glück haben wir den Wohnwagen dabei gehabt.
Nun aber zum eigentlich Rennen. Hier möchte ich gleich im Vorfeld festhalten, dass das ganze Dilemma nur auf den Schultern des ausrichtenden italienischen Sportclubs lag. Etwas mehr Weitblick und wir hätten drei Tage auch an diesem Wochenende ein wunderschönes Rennen gehabt. Ich glaube, wenn es vom Schnee und vom Wetter passt ist Pian Cansiglio ein wunderbarer Rennort mit sehr guten Trails in allen Längen und Schwierigkeiten.
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So wurde von Minute zu Minute nur improvisiert. Der Start wurde am Donnerstag-nachmittag ca. 5 Kilometer verlegt. Erst hieß es Start um 9:00 Uhr, dann 11:00 Uhr und schließlich ging es 13:00 Uhr los. Ohne gute Nerven und ein Allrad-Auto ging nun nix mehr. Zum Start wurde eine Strasse mit Salz erstmal frei geräumt, nur leider reichte das nicht für einige Teams. Ihre Autos schafften es einfach nicht den Berg hinauf. So dezimierte sich das Startfeld schon vor dem ersten Start. Weitere Details möchte ich mir nun ersparen.
Die Streckenlängen waren für C, D und P ca.11 Kilometer hin, danach Restart und die 11 Kilometer retour. B hatte ca. 30 Kilometer und A/O ca. 40 Kilometer. Was die Longtrailer für Kilometer gefahren sind, kann ich nichts schreiben
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Irgendwann gab es das Kommando "GO". Eigentlich war es dann doch eine wunderschöne Strecke. Es gab Schnee und es war winterlich in den Wälder um Pian Cansiglio.
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Nach ca. 6 Kilometern schaute ich auf den Trail, es gab fast keinen Schnee mehr !!! auf ca. 1 Kilometer !!! Das hieß runter vom Schlitten und den Hunden hinterher gerannt. So begann auf diesen Metern eine Materialschlacht vom Feinsten. (neue Kufen braucht das Land). Der Rest der Strecke war dann wieder schön zu fahren. Die A/O/B hatten sogar den Genuss auf dem Trail einen Blick auf Venedig und das Meer zu erhaschen. Das war uns anderen nicht vergönnt. Wir hatten den Genuss von fast 2 Stunden Wartezeit beim Restart. So endete der 1.Renntag, die Longtrailer waren unterwegs zum Biwak.
Tag 2 des improvisieren begann. Der Start für den zweiten Renntag wurde noch ein Stück nach oben gelegt und es kam an diesem Tag fast überhaupt keine Hektik im Start und Zielbereich auf. So hätte das alles schon im Vorfeld organisiert gehört und wir hätten eine wunderschöne EM zu mindestens sportlich gesehen.
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An den Strecken änderte sich nichts, das Teilstück ohne Schnee wurde mit Stroh gefüllt. (lieber ein Strohtrail als ein Schottertrail), alle anderen Trailstrecken waren gut zu befahren und es gab keinerlei Probleme. Ach ja … am Restart wurden wir dann sogar mit Glühwein versorgt. Obwohl mir ein Tee da besser geschmeckt hätte…. Was gibt es sportlich zu berichten. Die Klasse D/2 Hunde über ca. 22 Kilometer wurde dominiert von Italien. In der Klasse C/4 Hunde gab es ein Aufeinandertreffen der Europameister der FISTC Eric Martinez aus Frankreich und der WSA Rocco Pigola aus Deutschland. Am Ende waren es ganze 4 Sekunden die über den Sieg der WSA entschieden. Michael Käsbohrer in seiner ersten Distancesaison schaffte es dann in der Endabrechung auf Platz 5. Den 3.Platz belegte hier mit fast 20 Minuten Rückstand der Tscheche Ondrej Stejskal. In der Klasse B waren keine deutschen Starter dabei, hier gewann wie immer souverän mein Freund aus Italien Matteo Bartolini. |
Die Pulkaklasse wurde dominiert von den Deutschen. Michael Hederich und Achim Kölzow lieferten sich einen tollen Kampf auf der Strecke.
Leider war hier Berit Weisscher aus Holland ein Opfer des chaotischen 1.Tages, sie hätte bestimmt den deutschen Männern noch kräftig Paroli geboten. In der Klasse A fuhr Jens Laudel zu seinen ersten großen internationalen Sieg. Souverän ließ er Yannik Weber aus Frankreich und Manfred Komac aus Österreich hinter sich. In der Klasse O siegte mal wieder ein "Ferrari", Claudio de Ferrari holte sich nun auch nach dem Weltmeistertitel im Sprint auch den Europameistertitel im Distance.
Ach ja… einen Musherabend der Superlative gab es ja auch noch. Man stelle sich vor, wir stehen alle in einer kalten Bahnhofshalle, der Wind zieht in allen Ecken und wir haben Hunger. Mehr gibt es da nicht zu berichten.
Mir persönlich hat dieses Wochenende aus politischer Sicht trotzdem gut gefallen. Nach vielen Gesprächen mit den Mushern und auch mit den Verantwortlichen in FISTC ist mir nun klar, es gibt kein FISTC oder WSA Problem bei den Mushern… wir kommen gut miteinander aus, es gibt ein Problem bei denen die nicht mal mehr mit den Schlitten fahren und in den alten Kriegszeiten des Schlittenhundesport stehen geblieben sind.
Ob Franzose, Italiener, Slowake, Schweizer, Pole, Russe usw. lasst uns zusammen ein Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft ausfahren und applaudiert dann denn besten in der reinrassigen Szene. Das wäre der Sport für unsere Sponsoren und der Öffentlichkeit.
Deshalb meine Bitte an die Verbände … „ lasst die Musher an internationalen Wettkämpfen zusammen fahren und bestraft sie nicht mit Sanktionen.“
Ich persönlich freue mich auf ein neues Event bei der FISTC, wenn ich darf !!!
Rocco Pigola
Fachwart Distance AGSD
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